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Der Biocomputer des Menschen ist jeden Tag fleißig
am Arbeiten. Er programmiert, wird programmiert, sucht alles, was
unterdessen nötig ist. Die einzige wirkliche Ruhepause, die
man hat, ist, sich abends ins Bett zu legen und zu schlafen. Dort
kann man all das beiseite lassen und zuweilen in ganz andere Sphären
von Gedanken, Erfahrungen und Emotionen kommen, die nicht unbedingt
zum Alltag und der allgemeinverbindlichen Realität gehören,
die größtenteils von unserer Gesellschaft und durch uns,
die wir darin aufgehen, programmiert wird. Ähnlichen Abstand
gewinnt man, wenn man weiß, wie man meditiert, Autohypnose
praktiziert, mit Tag- und Nachtträumen umgehen kann oder so
deutlich und klar träumt, als ob man wach wäre und in
der fremdartigen und wunderbaren Traumsphäre voll funktionierte.
Gewöhnlich spielt sich alles im Schlafzimmer ab, und in der
Nacht, zu einer Zeit, in der die Mitmenschen mit der Übereinkunft
leben, dich allein zu lassen und dich, ohne zu stören, tun
zu lassen, was du willst. Es gibt mittlerweile zumindest einen weiteren
Ort, wo man diese seltene Freiheit hat, das zu denken, zu fühlen,
im Inneren zu tun, was man sich selbst und kein anderer für
einen aussucht. Ich fand, erfand, entdeckte diesen Ort, wurde als
erster dorthin geführt, gelenkt; ich brauchte einen solchen
Ort, um mich persönlich erforschen zu können, sowie das
Universum, das Göttliche, das Neue und Unerwartete, das, soweit
mir bekannt war, niemand vorher gesehen oder programmiert hatte.
Dieser Ort hat verschiedene Namen: Isolationsbox, Flotationstank,
Einsamkeit, Frucht-wasserbox, Samadhitank, ein Platz, den man mieten
kann, um das Nichts zu suchen und anderes mehr. Als ich 1954 zum
ersten Mal in der Stille, Dunkelheit und Nässe des Tanks flotierte
und ganz allein war, wurde er für mich nach zehn Stunden die
Sphäre von Isolation - Einsamkeit - Abgeschlossenheit - Glückseligkeit
- Freiheit. Ich merkte, daß mir niemand glauben würde,
wenn ich das so sagen würde. Jeder war immer noch mit Glaubenssystemen
verhaftet, denen zufolge das, was ich tat, Angst und Bange machte
und daher tunlichst zu vermeiden war. Schließlich handelte
es sich doch um sensorische Deprivation. Ich wußte nichts
von sensorischer Deprivation. Ich fand, der Tank war und ist eine
riesige und reiche Quelle für neue Erfahrungen bzw. “Innenerfahrungen”,
wie Franklyn-Merrel Wolff sie nennt. Es wird einem nichts weggenommen;
man wird mit etwas belohnt.
Manches, was ich im Lauf der Jahre im Innern erfuhr, war von der
allgemeinverbindlichen öffentlichen Meinung und Realität
so weit entfernt, daß ich mit meinen Kollegen am National
Institute of Mental Health nicht darüber sprach. Meiner Erwartung
nach wären sie mit Urteilen wie: “Das sind psychopathologische
Anwandlungen: er muß geisteskrank sein”, schnell zur
Hand gewesen. Die ersten zwei Jahre behielt ich die Sache für
mich und freute mich über das, was ich allein ohne einmischendes
Urteil von Außen entdeckte. Ich war glücklich über
die grundlegenden Entdeckungen, Enthüllungen und Einsichten
und außerirdische Freunde, die ich fand, weil ich sie nicht
suchte. Manchmal hatte ich ein solches Glücksgefühl, daß
ich versucht war, es mit anderen zu teilen. Jahre zuvor hatte ich
erfahren, daß es besser war, mit niemandem über meine
psychoanalytische Arbeit zu sprechen: die neuen Ideen und Einsichten
verloren beim Erzählen von Ihrer Kraft.
Ich war in der glücklichen und privilegierten Lage, als erster
in die Sphären zu kommen, die im Tank möglich sind. Es
gab keine Literatur darüber, die meine inneren Erfahrungen
programmierte, niemanden, der mehr wußte als ich und mir Ratschläge
erteilen oder mir etwas beibringen konnte. Ich war wirklich frei!
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