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Der Samadhi-Tank
Dem bereits erwähnten John Lilly verdanken wir nicht nur eine besonders frühe
Annäherung an die Delphine, sondern auch den Samadhi-Tank, eine Art doppelte
Badewanne, die uns schwereloses Schweben ermöglicht. Der Begriff Samadhi
stammt aus dem Hinduismus und steht für einen erleuchteten Bewusstseinszustand,
in dem das Denken aufhört, während der japanische Begriff Satori den
kurzen Moment bezeichnet. in dem das Einheitsbewusstsein blitzartig aufscheint.
Schon im Namen dieser besonderen Badewanne kommt der hohe Anspruch ihres Erfinders
zum Ausdruck. Lilly war ein spirituell Suchender, ein Schüler des chilenischen
Sufimeisters Oskar Ichazo. Mit besonderer Kreativität und Hingabe versuchte
er, sich und anderen das Gehen auf dem spirituellen Weg in erleichtern. Den Delphinen
hat er die Kunst des Schwebens abgeschaut, und mit dem Samadhi-Tank hat er eine
Art künstliche Gebärmutter geschaffen, in der man ähnlich glückselig
schweben kann wie der Embryo im Mutterleib.
Von außen sieht der Tank aus wie ein antiker Sarkophag in modernem Design,
und in der Tat kann er eine ähnliche Funktion erfüllen wie diese Einweihungsstätten
der Antike. Innen ist er eine geräumige Badewanne, die mit einem besonderen
Salzwasser gefüllt ist. Im Wasser ist so viel von dem in der Naturheilszene
als Glaubersalz bekannten Stoff gelöst, dass man ohne weiteres darin schwebt
und dabei ganz stabil und geradezu bequem liegen kann. Direkt im Anschluss an
eine intensive Sitzung mit dem verbundenen Atem bin ich wirklich einmal darin
schwebend eingeschlafen. Das ganze Gesicht liegt gut oberhalb der Wasseroberfläche,
man fühlt sich warm, weich und sicher aufgehoben. Lediglich kleine Wunden
können im Salzwasser brennen. Wenn die Haut aber keine Blessuren hat, wird
es von Anfang an als wundervoll tragend empfunden, und nach wenigen Minuten hat
man sogar den Eindruck, darin zu schweben. Das Wasser nimmt einem die Schwere
des Körpers ab, und im Idealfall entspannen sich die auf diese Weise völlig
entlasteten Muskeln. Nach einer Stunde in dieser Atmosphäre mag man es geradezu
als anstrengend und schwer empfinden, sich wieder aus dem Wasser zu lösen.
Das eigene Gewicht kann plötzlich tonnenschwer wirken und der Körper
wie eine regelrechte Last. Das ist aber bald überwunden und es bleibt die
Erfahrung schwebender Leichtigkeit und völliger Gelöstheit. Nach einer
solchen Schwebestunde kann man sich lebhaft vorstellen, wie es den Astronauten
beim Wiedereintritt in den Bereich der Schwerkraft gehen mag.
Wer schon einmal im Toten Meer gebadet beziehungsweise geruht hat, kennt das Gefühl,
völlig sicher im Wasser zu liegen. Der Auftrieb ist so stark, dass Untergehen
gänzlich ausgeschlossen ist und man das Gefühl hat, rundum geborgen
und beschützt zu sein. Diese Atmosphäre sicherer Gelassenheit nutzen
die Muskeln, um ihren Tonus immer mehr aufzugeben und sich einmal richtig bis
in die Tiefe zu entspannen. Viele kennen diesen Effekt ansatzweise von Schalensitzen
im Auto. In so einem, der Körperform angepassten Sitz können die Muskeln
sehr gut loslassen und man sitzt viel entspannter. Auf einem schlechten Sitz hingegen
müssen sich die Muskeln mittels Anspannung selbst festklammern. Nach mehreren
Stunden Fahrt kann man den Unterschied sehr eindrucksvoll spüren. Ähnlich
ist die Entspannung in einem Samadhi-Tank sehr viel tiefer gehend als etwa beim
Schwimmen oder Baden.
Das Loslassen der Muskeln ist natürlich auch davon abhängig, inwieweit
man sich dem Wasser wirklich anvertrauen kann. Wer auch hier noch festhält,
wird unter Umständen sogar Verspannungen heraufbeschwören. Das kann
passieren, wenn die abgeschlossene Atmosphäre des Tanks und das unerwartet
starke Empfinden alte Angstthemen mobilisieren, vor allem ein nicht bewältigtes
Geburtstrauma. Dann sollte man zunächst das Geburtstrauma auflösen,
mittels des verbundenen Atems oder im Rahmen einer Reinkarnationstherapie.
Die meisten Menschen empfinden es als ausgesprochen beglückend, wenn ihnen
die Last des eigenen Körpergewichts abgenommen wird. Viele erleben dabei,
dass auch seelische und soziale Lasten, die sie bewusst oder unbewusst mit sich
herumschleppen, sanft von ihnen abfallen, um einer heiteren Gelassenheit Platz
zu machen, die der Seele mehr entspricht als die Beschwerlichkeit eines Lebens
unter Druck. Entlastung ist heute wichtiger denn je, da sich viele von uns im
"normalen" Leben selbst zu stark belasten und sich darüber hinaus
von anderen und den Umständen mit ihren Sachzwängen überfordern
lassen.
"Loslassen" ist inzwischen zum Zauberwort avanciert. Zuerst fiel in
der spirituellen Szene auf, wie hinderlich ständiges Festhalten und konstante
Anspannung auf dem Weg zur Befreiung sein können, und wie viele unerwünschte
Symptome sie heraufbeschwören. Heute wird schon in normalen Arztpraxen zum
Loslassen geraten, als Mittel gegen den allgegenwärtigen Stress, der für
die unterschiedlichsten Krankheitsbilder verantwortlich gemacht werden kann. In
der Wellnessszene kreist so ziemlich alles um das banal klingende und dennoch
so schwer zu realisierende Thema Abschalten und Loslassen. Im Fitnessbereich bildet
das Loslassen den Gegenpol zu den sehr anstrengenden ‹bungen, die mit viel
Einsatz und Selbstdisziplin gemacht werden müssen, um die angestrebten Ziele
zu erreichen. Hier kann die tiefe Entspannung der Muskeln und der Seele für
einen gesunden Ausgleich sorgen. Loslassen ist also auch hier der Schlüssel
zum wirklichen Erfolg. Der Samadhi-Tank bietet den meisten Menschen eine beeindruckende
Chance, das Loslassen, die schwebende Leichtigkeit des Seins zu erleben. Sein
Salzwasser hat genau die Temperatur der Hautoberfläche, knapp 36 Grad Celsius.
Man nimmt also im Idealfall nach ein paar Minuten keinerlei Temperaturunterschied
zur Umgebung mehr wahr. Am Anfang erscheint körperwarmes Wasser angenehm
warm, aber mit der Zeit verliert sich dieses Empfinden, und wenn die Temperaturen
von Wasser und Haut fast völlig übereinstimmen, wird die Wahrnehmung
immer diffuser, um schließlich ganz aufzuhören.
Wenn wir unsere Haut, die ja unsere Außengrenze darstellt, nicht mehr spüren,
verschwinden die Grenzen und manchmal einfach alle Grenzen. Das Ergebnis ist eine
Erfahrung der Grenzenlosigkeit, welche die Seele gut kennt und über alle
Maßen liebt und genießt. In der Unbeschränktheit bar aller Grenzen
stellt sich nicht selten das Gefühl des Schwebens ein, das als noch viel
befreiender und beglückender erlebt wird.
Unsere ganze Sinneswahrnehmung lebt von der Unterscheidung. Mit all unseren Sinnesorganen
können wir immer nur Unterschiede spüren oder erkennen, niemals objektive
Werte. Wenn die Haut aufhört, etwas wahrzunehmen, kommt der Moment, wo sich
die Grenzen der Wahrnehmung öffnen. "Nichts" und "alles"
wahrnehmen liegen plötzlich sehr beisammen. Nach dem Gesetz der Polarität
gehören Nichts und Alles immer ganz eng zusammen. Daher bezeichnen die Buddhisten
den kosmischen allumfassenden Bewusstseinszustand als Nirvana, als Nichts, das
alles enthält. Dieser Bewusstseinszustand kann sich dem im Samadhi-Tank Schwebenden
erschließen, und gar nicht so selten kommt das schwerelose Erlebnis unbegrenzter
Weite und Freiheit der Erfahrung des Samadhi sehr nah.
Da der Tank von oben geschlossen wird, was aufgrund eines geräuschlosen Lüftungssystems
gefahrlos möglich sein sollte, ergeben sich weder optische noch akustische
Wahrnehmungen. Im Idealfall kann man mit offenen wie mit geschlossen Augen gleich
viel sehen, nämlich absolut nichts. Das kann der Moment werden, wo sich einem
eine transzendente Wahrnehmung öffnet und innere Bilder sich zu ganzen Reisen
verbinden, die mit verblüffender Leichtigkeit ablaufen. Bilder sind letztlich
immer innere Bilder, die im optischen Zentrum des Gehirns entstehen. Weder auf
der Netzhaut des Auges noch im Sehnerv bilden sich Bilder. Hier werden lediglich
elektrische Reize empfangen und weitergeleitet. Zu den im Sehzentrum jeweils neu
entstehenden Bildern, die von außen angeregt werden, kommt jene unübersehbare
Flut von inneren Bildern, die in bestimmten Bereichen unseres Gedächtnisses
gespeichert sind und zu denen man im Zustand absoluter Leere Zugang bekommen kann.
Dieser kann auch sehr weit in jene Reiche reichen, die nicht einmal unserem bewussten
Erinnern zugänglich sind. Sogar Bilder aus uralten Zeiten und archaischen
Situationen können in solchen Momenten auftauchen. C. G. Jung hat uns mit
dem kollektiven Unbewussten vertraut gemacht, in dem alle möglichen Mythen
und Märchen gespeichert sind, die nicht nur unsere persönliche Geschichte
enthalten, sondern auch die Geschichte unserer Kultur und wahrscheinlich unserer
ganzen menschlichen Entwicklung. Die Hindus sprechen in diesem Zusammenhang von
der Akashachronik, in der nach ihrer Vorstellung alles Wissen gespeichert ist,
das der Vergangenheit, das der Gegenwart, aber auch das der Zukunft. Letzteres
mag den Vorstellungsrahmen vieler moderner Menschen sprengen. Jedenfalls spricht
alles dafür, dass auch westliche Menschen in besonderen Trancezuständen,
wie wir sie beispielsweise aus der Reinkarnationstherapie kennen, Zugang zu diesem
reichen Reservoir an menschlicher Erfahrung bekm?ommen können.
Die absolute Stille, die im Tank hinzukommt, tut ein übriges in derselben
Richtung. In so einem Zustand der völligen sensorischen Deprivation, also
abgeschottet von allen Außenreizen, kann man bald nicht mehr zwischen innen
und außen unterscheiden. Das Klopfen des eigenen Herzens oder das Rauschen
des eigenen Blutes in den Ohren wird dann nicht selten wie ein Geräusch von
außen wahrgenommen, einfach weil diese absolute Stille so ungewohnt ist.
Die Erfahrung des Hörens wird dann automatisch vom Gehirn zurechtgedacht
und jetzt falsch eingeordnet, nur um das alte Modell des Hörens zu retten.
Wenn innen und außen nicht mehr voneinander zu trennen sind, ist eine wichtige
Forderung auf dem spirituellen Weg erfüllt. Dass Innen- und Außenwelt
letztlich ein und dasselbe sind und auch so wahrgenommen werden können, wissen
und lehren die allermeisten Traditionen. Dann ist das christliche "Liebe
deinen Nächsten wie dich selbst" erfüllt, denn die Unterscheidung
zwischen mir und den anderen hört notgedrungen auf. Selbst das noch weiter
gehende hinduistische "Tat tvam asi" erfüllt sich jetzt. Es bedeutet
"Das bist du" und läuft darauf hinaus, dass ich mich in allem wiedererkenne,
worauf mein Blick fällt. Die Anhänger des tibetischen Vajrayana-Buddhismus,
gehen selbstverständlich davon aus, dass innen und außen nur zwei Seiten
derselben Medaille sind. Und auch der christliche Mystiker und Weise Meister Eckhardt
meint wohl das, wenn er sagt: "Wenn ich in den Spiegel schaue, betrachtet
Gott sich selbst."
Wenn die gewohnten Sinnesreize aufhören, können wir uns auch nicht mehr
in Raum und Zeit orientieren, denn dazu brauchen wir immer unsere fünf Sinne.
Wir haben dann zwei Möglichkeiten: Entweder wir versinken in völliger
Orientierungslosigkeit, die große Angst auslösen kann, oder wir lösen
uns von Raum und Zeit, den beiden großen Täuschern, wie sie der Osten
nennt, und gelangen in einen Zustand, der jenseits davon und außerhalb der
Polarität liegt. Das aber ist nur eine andere Definition für ein Erleuchtungserlebnis,
das uns über die Begrenzungen unserer Welt hinweg hebt.
Wenn der Körper nicht mehr spürt, wo er aufhört, hört er nicht
mehr auf. Das heißt, die Grenzen der Wahrnehmung können sich unheimlich
weit in den Raum hinausschieben. Wenn der Körper nicht mehr spürt, wo
er anfängt, fängt er nicht mehr an, sondern ist einfach. Dabei wird
man so weit und offen, dass man keinerlei Widerstand mehr fühlt. Das ist
ein unbeschreiblich angenehmes und leichtes Gefühl für diejenigen, die
auf solche Erfahrungen vorbereitet sind. Es ist aber auch eine mögliche Quelle
von Angst und Schrecken für die Überraschten und Unvorbereiteten.
Unser Ego lebt von Abgrenzung und Unterscheidung. Wenn diese nicht mehr möglich
sind, kann es mit Angst und sogar Panik reagieren, denn es gerät notgedrungen
in eine Existenzkrise. Also muss auch das Ego auf seine Selbstaufopferung vorbereitet
werden, die auf dem Entwicklungsweg letztendlich notwendig wird.
Angst ist Enge (lt. angustus = eng) und fühlt sich ähnlich wie Kälte
ausgesprochen unangenehm an. Kälte veranlasst uns, die Grenzen enger zu machen,
uns zusammenzuziehen. Enge, Angst und Kälte machen uns verletzlich und empfindlich.
Doch leider verbringen die meisten Menschen die meiste Zeit ihres Lebens in einem
Zustand, der von Enge, Angst und Kälte gekennzeichnet ist. Unsere Gesellschaft
ist ziemlich kalt geworden. Die Familien, die Wärme boten, reduzieren sich
immer mehr auf kleinste Resteinheiten, und selbst die Nestwärme kommt in
der modernen Leistungsgesellschaft oft zu kurz. Weil wir so viele sind und weil
wir zum Zwecke der Effizienzsteigerung genötigt werden, uns zusammenzuschließen,
wird es auch an unseren Arbeitsplätzen und in unseren Städten immer
enger, was wir als biologische Wesen, die wir ja auch sind, nicht schätzen.
Andererseits werden unsere Beziehungen immer lockerer und immer weniger verlässlich,
was uns genau jene Sicherheit und Wärme nimmt, die wir ersehnen und so dringend
bräuchten.
Wo wir aber Weite, Wärme und Offenheit spüren, geht es uns gut und wir
fühlen uns frei, manchmal geradezu erlöst. Wenn die Weite allerdings
grenzenlos wird und die Wärme die Wahrnehmung nimmt, weil außen und
innen plötzlich identisch sind und die Offenheit alles ein- und nichts mehr
ausschließt, muss das Ego um seine Existenz fürchten. Es spürt,
dass das All sein Ende ist. Und so liegen größtes Glück und regelrechter
Horror hier sehr nah beieinander. Beide Pole der Wirklichkeit liegen natürlich
immer viel näher beieinander, als man gemeinhin meint. Der Samadhi-Tank kann
das sehr deutlich machen.
Unser Ego hat also mit Recht Angst, weil es mit seinem endgültigen Ziel konfrontiert
ist, nämlich irgendwann im Selbst und im All aufzugehen. Das Ego an sich
ist ein enges, weil auf Grenzen aufgebautes Kunstgebilde, dem es noch an Erfahrung
fehlt und dessen Horizont nicht sehr weit ist. Es ist einem ängstlichen Menschen
vergleichbar, der sich vor "Überfremdung" fürchtet und in
jedem Ausländer einen Konkurrenten um seinen meist jämmerlichen Job
sieht. Solche Menschen machen sich einfach nicht klar, dass sie in fast allen
Ländern der Welt selbst Ausländer wären. Da sie die eigenen Landes-
und Bewusstseinsgrenzen kaum jemals überschreiten, wollen sie auch niemanden
zu sich hereinlassen. Das macht ihnen Angst, denn sie leben aus einem Mangelbewusstsein.
Vom Weltbürger sind sie so weit entfernt wie das Ego vom Selbst beziehungsweise
das Ich vom All.
Je enger und ängstlicher das Ich ist, desto mehr wird es sich scheuen, ganz
in der Beziehung zu einem Du aufzugehen oder gar in einer Lebensgemeinschaft die
Grenzen zu den anderen aufzugeben. Es wird unter Umständen sogar ängstlich
vor dem Gedanken zurückschrecken, die eigenen Landesgrenzen zugunsten eines
größeren Gemeinwesens aufzugeben. Politiker versuchen, die Menschen
gut auf solche Schritte vorzubereiten und ihnen ihre Ängste zu nehmen. Entsprechend
sorgfältig muss man sein Ego auf jeden Wachstumsprozess und jede Bewusstseinserweiterung
vorbereiten, um ihm die Angst zu nehmen und ihm ein Gefühl für die Chancen
zu geben, die in der Erweiterung liegen.
Um diese Angst im Rahmen zu halten und in den Genuss des freien Schwebens zu kommen,
sollte man sich gut auf die Erfahrung im Tank vorbereiten. Eine ausreichende Kenntnis
der eigenen Möglichkeiten ist wesentlicher Teil dieser Vorbereitung.
Die Wahrscheinlichkeit, dass man gleich eine Erleuchtungserfahrung macht, ist
durchaus gegeben, ebenso wie die Wahrscheinlichkeit, dass man das Gegenteil erlebt
und in tiefe Panik verfällt. Es ist wie bei jeder Meditation: Man hat immer
die Möglichkeit, die Erleuchtung zu erleben oder alles, was ihr im Wege steht.
Oft werden die Erfahrungen im Tank dadurch abgemildert, dass sanfte Musik eingespielt
wird, was zumindest dem Ohr einen Anhaltspunkt lässt und damit Erlebnisse
völliger Leere eher unwahrscheinlich macht. Man kann diese Möglichkeit
auch nutzen, um eine Tonkulisse einzuspielen, die der im Mutterleib weitgehend
entspricht. Den mütterlichen Herztönen nachempfundene Musik erhöht
natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Regression in jene frühe
Zeit im Mutterleib stattfindet. Auch damals schwebte man im körperwarmen
Wasser, nur von Wärme und Weichheit umgeben, und konnte sich völlig
geborgen fühlen, aber auch vollkommen loslassen. Tiefe Regressionen in diese
Zeit machen es möglich, nachträglich jenes Urvertrauen zu entwickeln,
das sich im Muterleib aufgrund äußerer oder innerer Störungen
zu wenig ausbilden konnte.
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