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Da Veränderung die massgebende Zutat einer erfolgreichen Therapie ist, interessieren
sich die meisten Psychotherapien und allen voran die Kurzzeittherapien brennend
für den Wandlungsprozess und bemühen sich zu lernen, wie er bei ihren
Klienten zustandekommt. Die Beschäftigung mit sinn- und bedeutungsvollem
Wandel führte zur Suche nach massge-schneiderten Ansätzen. Diese wiederum
gebaren eine breite Palette an Techniken, die speziell darauf abzielen, schnelle
Veränderungen herbeizuführen. So wurden etwa Paradoxe entwickelt, die
"problematisches" Verhalten auslösen und einsetzen, um den Wandel
herbeizuführen. Interessante Hausaufgaben, die die Therapie auch ausserhalb
der professionellen Praxis stattfinden lassen, beschleunigen den Wandel, weil
sie den Klienten tagtäglich bestätigen. Hypnose verbindet ihn mit "versteckten
Ressourcen", die auf ungeahnte Weisen Veränderungen bewirken. Seine
Symptome werden nicht länger als Problem gesehen, das abgeschafft werden
will, sondern als Tor zur Transformation. Verhaltensmodifikation, Augenbewegungen,
Reaktionen auf Desensibilisierung, gezielte therapeutische Ansätze, Neurolinguistisches
Programmieren und körperliche Auflösungsmethoden (wie Rolfing, Focusing
und die Sedona oder Release-Technik), um nur einige zu nennen, sind Ergebnisse
dieser Explosion neuer Methoden und Ideen, die mit Problemen umgehen, indem sie
Veränderungen fördern. Der Grossteil dieser Techniken fusst auf dem
Konzept des "Hervorbringens" von Wandel, indem er 1. ein sicheres "Umfeld"
dafür bereitstellt, 2. einen entsprechenden korrektiven Impuls liefert und
3. das neue (veränderte) Verhalten unterstützt. Jede Therapie sieht
den Therapeuten als denjenigen, der die Koordination und den Ablauf dieser Ereignisse
aktiv bewirkt. Obschon keine dieser Schulen behauptet den Schlüssel dazu
zu besitzen, wie Veränderung stattfindet, meinen alle, sie fände durch
eine äussere Kraft statt, als würden das Verständnis und die Beherrschung
von Veränderung davon abhängen, den Agenten dieser Veränderung
zu verstehen und zu beherrschen.
Die Erfahrung von Veränderung, über die Leute berichten, die Zeit in
einem Samadhi-Tank verbrachten, fordert diese Denkweise heraus. Im Tank entdeckt
der Floatende, dass der Wandel sich spontan einstellt, ohne eine äussere
Einwirkung. Wandel, berichten sie, ist ein Prozess des Loslassens oder Erlaubens
vielmehr als aktiven Bewirkens oder Kontrollierens. Der Samadhi-Tank ist ein völlig
dichtes Behältnis (2m x 1m x 1m), in welchem man mühelos auf einer Salzwasserlösung
(Epsomer Bittersalz) treibt oder floated meist ohne Licht und auditive Reize.
Weg sind im Tank die üblichen "korrektiven Anreize" und vom Therapeuten
eingefädelten therapeutischen Bande. Weg ist die zwischenpersönliche
Dynamik von Therapeut und Klient, die für die Unterstützung, Sicherheit
und Nahrung des Wandels und des neuen Lebens besorgt ist. Weg sind die Grenzen
zwischen Selbst und Umwelt (Ich und Wasser), Geist und Körper, Vergangenheit
und Gegenwart, Gegenwart und Zukunft - die Schranken, die normalerweise unseren
Alltag beherrschen. In ihrer Abwesenheit, berichten Menschen, die zum Zweck einer
eingehenden Selbsterfahrung treiben, finde der Wandel einfach statt. Diese Zeugnisse
spontaner Veränderung mit anschliessendem Wachstum in Verhalten und Einstellung
führen zu einem Bruch - und zu einer neuen Perspektive - in unserem Verständnis
vom Wandel, denn es scheint, als würde er auch ohne die üblichen therapeutischen
Requisiten stattfinden. Meinen wir das, wenn wir von einer Spontanheilung sprechen,
wo jemand, der unter einem Problem litt, ohne Therapie zu seinem ursprünglichen
Zustand zurückgefunden hat? Oder hat diese Veränderung wenig zu tun
mit Problemen, sich ihnen zu stellen oder dem Zustand, in dem man war, ehe sie
auftraten? Hat diese Veränderung möglichwerweise nicht mit der Rückkehr
zu einem früheren Zustand zu tun, sondern vielmehr mit einer Bewegung darüber
hinaus? Was bis anhin in der therapeutischen Diskussion fehlte, ist eine Untersuchung
des Wesens des Wandels, der im Samadhi-Tank stattfindet. Wie dient das Floaten
als Tor zur Erfahrung von Veränderung? Und warum wirkt sich der Wandel, der
während des Floatens erfahren wird, therapeutisch und wachstumsfördern
aus?
Floaten und Bewusstsein
Die Erfahrung des Floatens bringt ein erhöhtes Bewusstseins mentaler, emotionaler
und psychischer Prozesse. Floatende erleben ein intensiviertes Körperbewusstsein.
Nicht nur besteht eine erhöhte Wahrnehmung von Spannungen und dem Nachlassen
und Auflösen dieser Muster, sondern es kann während des Floatens auch
zu einem Gewahrsein von Gefühlen und Erinnerungen kommen, die mit diesen
Verspannungen assoziert werden. Es herrscht ein waches geistiges Bewusstsein,
Bilder werden ganz natürlich amplifiziert und können zusammen mit freigesetzten
Erinnerungen automatisch auftreten, während der Körper im warmen Wasser
ein tiefes Gefühl von Getragensein erfährt. Gedanken kommen und gehen.
Das Bewusstsein ihrer unwillkürlichen Körperregungen verbindet Floatende
automatisch mit physischen Anzeichen dessen, was man als unbewusste Prozesse betrachten
darf. Zusätzlich zur natürlichen Tendenz zu regredieren, ein flexibleres
Zeitgefühl zu entwickeln und ohne Induktion in Trance zu gehen, tragen die
vermehrte Fähigkeit zu Visualisieren, die natürliche Stressreduktion,
der verlangsamte Atem, die Senkung des Blutdrucks, die verminderte Ausschüttung
von Stresshormonen (Cortisol) und die Zunahme von Beta-Endorphinen allesamt dazu
bei, eine angenehme Erfahrung für den Floatenden zu schaffen. Klinisch gesehen,
verschwinden viele mental/emotional/physische Symptome, während der Mensch
floatet. Manche "lösen sich" über längere Zeiträume
"auf", während andere sofort nach dem Floaten verschwinden. Grenzen
zerfliessen, während Floatende das Gefühl dafür verlieren, wo ihr
Körper aufhört und das warme, tragende Solebad beginnt. Angst ist bestensfalls
ein vorübergehendes Problem, da die meisten Floater bald ein grösseres
Gefühl von Vertrauen entwickeln und sich dem Angenehmen überlassen.
Es besteht ein profundes Bewusstsein, wie wenig Energie es braucht, sich selbst
zu sein, das Gefühl, sich selbst zu sein sei ein Produkt der Erfahrung vielmehr
als der Bemühung. Genau wie die Grenzen zwischen Körper und Waser sich
auflösen, werden auch die Unterschiede zwischen innen-aussen bzw. mental-physisch
vager und zeichnen sich durch ein grösseres Gefühl der Offenheit und
des Bewusstseins aus, sich in einem Prozess zu befinden. Das Wiedererleben von
Erinnerungen, ob traumatisch oder nicht, wird von einem tiefen Gefühl des
Trosts, der Wärme und der Positivität aus unternommen. Ob Floatende
nun einen Therapeuten bemühen, um sie effektiver durch diesen Prozess zu
führen und auf die Fülle verfügbarer Ressourcen zurückzugreifen,
um ihnen dabei zu helfen, ihre selbstgewählten Ziele zu erreichen (Jessen
1990) oder nicht, es ist klar, dass es vor allem darauf ankommt, wo der Klient
sich aufhält.
Dieser Ort ist der Samadhi-Tank
Bei der Auswertung der Erfahrung von Wandel, über die Floatende im Tank berichten,
fallen die therapeutischen Aspekte auf, die diesem beobachteten Prozess innewohnen.
Ohne einen Therapeuten, der versucht, die Ereignisse zu formen oder zu manipulieren,
erfahren Floater spontan Wandlungsaspekte, die ihr Funktionieren verändern.
Zwei Schlüsselaspekte der Transformation sind die Verbindung zwischen Wandel
und Kreativität und die Beziehung zwischen Aufhebung und Veränderung.
Kreativität
Normalerweise wird der Körper seitens der Umwelt mit Reizen überflutet,
die auf die Sinne eindringen. Gut eingespielte willkürliche und unwillkürliche
Muskelabläufe, erlernte Verhaltensmuster und Gewohnheiten, neurale und hormonale
Reaktionen und mehr werden mobilisiert, um dem oder der Betreffenden dabei zu
helfen, die Umwelt einzuordnen und effektiv auf sie einzugehen. Das heisst, dass
unser Gehirn-Geist normalerweise auf ausserhalb kreierter Prozesse reagiert. Während
der Mensch nun aber floatet, kreiert statt der äusseren Reize ein innerer
Prozess aktiv eine breite Palette an Stumili. Mit anderen Worten bleibt unser
Gehirn-Geist auch ohne äussere Reize recht aktiv.
Plastizität
Dieser kreative Prozess weist mehrere Egenschaften auf. Erstens findet er in einem
zeitlosen oder zeitfreien Rahmen statt. Nicht nur das Gefühl für die
Uhrzeit verändert sich: Floatende können sowohl geistig zurück
in ihre Kindheit reisen, so wie sie sich in die absehbare Zukunft zu versetzen
vermögen. Die Regression führt zu neuen Möglichkeiten. Floatende
können magisch denken wie ein Kind und ihre Erfahrung verändern. Wissen
kann auf kindliche Weise verarbeitet werden, die es ihnen erlaubt, alte Probleme
zufriedstellender zu lösen.
Nebst der Plastizität der Zeit kann auch das eigene Körperbild als plastisch
empfunden werden, weniger definiert und offen dafür, auf positive Weise Veränderung
zu erfahren. Der Einfluss der Verallgemeiner- ung auf regredierten Stufen mit
positiver emotionalen Lernerfahrung kann die Anpassung der Betreffenden im erwachsenen
Leben nachhaltig verändern.
Änderung der Selbstbewertung
Zweitens verhält sich das Ich, da die Umwelt nicht auf die gewohnte Art auf
Floatende eindringt, weniger automatisch in seinen Reaktionen und deshalb auch
in der Art, wie es sich selbst zu definieren wählt. Selbstbezug wird jetzt
in Zusammenhang mit einem grösseren Informationsfluss gebracht: Veränderungen
in der Wahrnehmung von Körpergrenzen, emotionales Vertrauen in den Körper
und das Umfeld (das nicht länger als getrennt wahrgenommen wird), grössere
Entspannung und positivere Gefühle. Das Ich wird nicht als etwas Rigides
erfahren, sondern vielmehr als ein Prozess, der dazu neigt, sich zu entwickeln
und zu wachsen, um neues Wissen aufzunehmen, neue Fragen zu stellen. Kurzum werden
Floatende sich unmittelbar bewusst, dass das Selbst sich dauernd aktiv selbst
kreiert. Das heisst: aller Grenzen enthoben, können alte und neue Informationen
von der normalen Art, wie sie organisiert werden, abweichen und enthüllen,
dass das Ich nicht nur danach trachtet, sich im Informationsfluss zu erweiteren:
Es befindet sich in einem aktivem Prozess des Aufbaus. Was wir vom Selbst wissen,
wird nicht als Kind festgelegt, es organisiert und reorganisiert sich aufgrund
neuer Informationen. Es ist dynamisch. Diese Gedanken gleichen denen Maturanas
(1988) und anderer Konstruktivisten, die Menschen als aktive Teilnehmer sehen
beim Schaffen ihrer eigenen Erfahrung, ihrer eigenen Wege des Wissens und Werdens,
welche auf ihren diversen eigenen selbstorganisierenden Eigenschaften und auf
ihr Wissen gründen, dass Lernen ein Phänomen des gesamten Körper-Geistes
ist.
Förderung der Absicht
Drittens gehen Floatende oft mit einer Absicht in den Tank mit einem Problem,
das sie lösen müssen, oder einer Entscheidung, die getroffen werden
will. Natürlich zeigt sich tendenziell, dass je klarer die Formulierung,
desto offensichtlicher die Lösung. Beispielsweise neigen gut umrissene Fragen
dazu, sowohl brauchbare als auch scheinbar irrelevante Antworten anzuziehen, die
das Bewusstseins des Floatenden herausfordern, gar nötigen. Erinnerungen,
Gedanken und Bilder werden von der Frage magnetisch angezogen und drängen
den Betreffenden nicht nur zum Wiedererleben und Überdenken des Problems,
sondern auch offen zu sein für ungewöhnliche Lösungen, die er normalerweise
weniger in Betracht ziehen würde. Diese Erfahrung erinnert an Jungs Verständnis
von einem "Komplex" (1936) - ein Kern, der eine Konstellation von Gefühlen,
Gedanken, Wahrnehmungen und Erinnerungen wachruft. Bei weniger gut formulierten
Anweisungen sind Floatende leicht abgelenkt, während ihnen gleichzeitig Veränderungen
in Einstellung, Wahrnehmungen und Gefühlen auffallen, die Vorläufer
von Verhaltensveränderungen sein können.
Die Zukunft schaffen
Viertens erfahren Floatende ihren Körper nicht nur als Behältnis für
Gefühle aus der Vergangenheit, sondern ebenfalls als Instrument, um Erfahrungen
zu schaffen, die die Zukunft verändern. Das heisst, Veränderung (in
diesem Fall körperlicher Art) ist der Schlüssel zur Kreativität.
In dem Mass, wie der Körper sich entspannt, verlangen bestimmte Verspannungsmuster
mehr Aufmerksamkeit und "lassen" (meist in visueller Form) Erinnerungen
"los", die von einem Grossteil der ent- sprechenden Affekte begleitet
sind. Ob die Erinnerung nun angenehm ist oder nicht, Floatende erfahren sie auf
positive Weise, wobei ihnen gelingt, einen optimalen Abstand zwischen sich selbst
und den Bildern zu schaffen. Die Erinnerung kann bewältigt und in das Bewusstsein
integriert werden. Es gibt Berichte von Floatenden, die wesentliche Teile ihrer
Floaterfahrung in ihren Alltag hinübertragen. Manche sagen, sie hätten
"ein weisses Licht" gesehen, das ihnen "mitteilte", sie seien
bereit, Verantwortung für ihr Probleme zu übernehmen. Sie erfuhren dieses
Licht auch ausserhalb des Tanks und änderten ihr Verhalten, um effektiver
mit ihren Problemen umzugehen. Andere haben berichtet, wie ihre Füsse von
einem starken, sanften Händepaar umfasst wurden, was ihnen das Gefühl
vermittelte, vermehrt von der Welt getragen zu werden.
Aufhebung
In einer Umgebung, wo ein Minimum an äusseren Reizen besteht, kommt für
die Mehrzahl Floatende die Zeit, da sie eine innere Stille erleben. Die Körperfunktionen
ruhen, der Geist ist zufrieden, die emotionalen Symptomen fangen an sich zu entwirren
oder aufzulösen. Der Körper braucht seine übliche Anspannung von
Körper-Geist nicht aufrechtzuerhalten. Gewohnheitsmässige Muster entspannen
sich zu einem Gefühl von Fluss und Wohlsein, was "klemmte", ist
jetzt zum Prozess geworden. Ängste, Zwänge, Befürchtungen, Depressionen
werden zu einem Fluss von Bildern und Gedanken transmutiert, die "vorüberziehen",
um von den Betreffenden betrachtet und neu eingeschätzt zu werden. Der "Leim",
der diese Symptome kittete, scheint jetzt dehnbar zu sein, und es steht "ihnen"
frei, wieder in den Hauptstrom des Bewusstseins des Menschen einzugehen, wo diese
Information vollständiger auf den neusten Stand gebracht und neu eingeschätzt
werden kann bezüglich ihrer gegenwärtigen Nützlichkeit. Auch wenn
das nicht heisst, alle Symptome seien verschwunden, wenn dieser Mensch den Tank
verlässt, bedeutet es doch, dass sie eine neue Zusammensetzung gefunden haben
und flexibler in ihren emotionalen Anforderungen an diesen Menschen geworden sind.
Ein weiterer Aspekt der Aufhebung tritt auf, wenn der Floatende ein Gefühl
des Friedens erfährt. Alle Gedanken hören auf, alle Bilder stehen still.
Alles ist gut mit "der Welt". Es herrscht ein ruhiges Gefühl emotionaler
Freiheit. Gefühle von Glück und warmer Freude können sich mit anderen
Empfindungen vermischen. Es fühlt sich Alles einfach in Ordnung an. Oft besteht
ein Gefühl von Herzlichkeit, ein Schätzen des Anderen, die Empfindung
von Verbundenheit, begleitet von einem wohligen Gefühl des eigenen Alleinseins.
Paradoxerweise erfahren wir in der Aufhebung unseres kleinen Ichs Fülle und
Überfluss. Wohlgefühl herrscht, Veränderungen werden angenommen.
Neue Gedanken und Einsichten können auftauchen und den Floatenden überraschen
und erfreuen. Das alles wird erfahren als ein Gefühl von Fluss und kann jederzeit
leicht zu Ende sein, um in der Zukunft wieder aufgesucht zu werden.
Schlussfolgerungen
Das im Samadhi-Tank erfahrene Wesen des Wandels ist ein kreativer Prozess im vollsten
Sinn, einer der aktiv alle Teile unseres geistigen, körperlichen und emotionalen
Selbst berührt. In der Veränderung dieses Ichs ist uns ein neuer Blickwinkel
gegeben, von dem aus wir sehen können, dass unsere emotionalen und mentalen
Symptome über unsere Schöpfung von ihnen hinaus nicht wirklich existieren.
Noch werden Symptome ein für allemal geschaffen und dabei bleibt es. Sie
werden am Leben erhalten, indem wir sie selektiv auf den neusten Stand bringen.
Ihre Aufhebung führt zu einem Bruch in der Verbindunng zwischen Gedanken,
Bildern und Gefühlen, der in ihre Automatik eingreift. Sie erlaubt die Entwirrung
oder Auflösung von Problemen. Die Gedankenparade findet vorübergehend
ein Ende und jetzt wird ein Gefühl freudiger Leere zum Tor für neue
Gedanken und Einsichten. In der Aufhebung erfahren wir das Auftauchen von etwas
Neuem. Der im Tank erfahrene Wandel ist grundsätzlich positiv und wachtumsorientiert,
ob der Floatende einen Therapeuten bemüht oder nicht. Diese Arbeit hat Auswirkungen
auf die Entwicklung der Identität. Es ist klar, dass die Entwicklung der
eigenen Identität ein kreativger Prozess ist, der radikalen Veränderungen
unterliegen kann. Die Erfahrung der Aufhebung schlägt vor, dass alte Denkmuster
vielleicht nicht aktiv "angegangen" werden müssen, sondern sich
einfach auflösen, und dass die Aufhebung der "emotionalen Kruste"
zu einer lustvolleren, mitfühlenden Persönlichkeit führen kann.
Dr. Walter Jessen ist Diplompsychologe mit privater Praxis und einem Floating-Tank
im kalifornischen Los Gatos.
Seine Adresse lautet: 200 S. Santa Cruz Ave, Suite201, Los Gatos, CA 95030.
Literatur
Jessen, W.E., "In -Tank floatation therapy" in Turner, J.W. und Fine,
T.H. (Hg.); Restricted Environmental Sitmulation, Research and
Commentary, IRIS Publishing, Toledo, OH 1990;
Maturana, H.R., Der Baum der Erkenntnis, München 1990;
Jung, C.G., Die Psychologie der Dementia praecox, Monographie Nr. 3, 1936.
Aus dem Amerikanischen von Susanne G. Seiler, Zürich
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